anspruchsgrundlagen-pruefen
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/anspruchsgrundlagen-pruefenIdentifiziert alle in Betracht kommenden Anspruchsgrundlagen und prüft sie schemamaessig.
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--- name: anspruchsgrundlagen-pruefen description: "Identifiziert die einschlaegigen Anspruchsgrundlagen aus BGB HGB CISG GmbHG StVG ProdHG und Spezialgesetzen Reihenfolge vertraglich quasi-vertraglich dinglich deliktisch bereicherungsrechtlich. Pruefungsschema fuer jede Anspruchsgrundlage mit Tatbestandsmerkmalen Rechtsfolge Einwendungen Einreden Verjaehrung. Beruecksichtigt Internationales Privatrecht Rom-I und Rom-II." --- # Anspruchsgrundlagen-Prüfung Identifiziert alle in Betracht kommenden Anspruchsgrundlagen und prüft sie schemamaessig. ## Triage zu Beginn 1. Welches Schuldverhältnis liegt zugrunde — Vertrag, Gesetz, Bereicherung, Delikt? 2. Besteht Auslandsbezug — Rom-I, Rom-II, CISG anwendbar? 3. Welche Partei trägt die Beweislast für die streitigsten Tatbestandsmerkmale? 4. Droht Verjährung (§§ 195, 199 BGB — regelmäßig 3 Jahre ab Jahresende Kenntnis)? ## Aktuelle Rechtsprechung - BGH, Urt. v. 24.09.2019 - VI ZR 373/18, NJW 2020, 466 — Anspruchskonkurrenz zwischen § 280 BGB und § 823 BGB: jede Anspruchsgrundlage ist eigenständig zu prüfen, Einschränkungen des einen Anspruchs schlagen nicht auf den anderen durch. - BGH, Urt. v. 26.11.2015 - VII ZR 101/14, NJW 2016, 560 — Bereicherungsrecht subsidiär bei wirksamen Vertrag; § 812 BGB setzt Fehlen eines rechtlichen Grundes voraus. - BGH, Urt. v. 18.07.2017 - VI ZR 395/16, NJW 2018, 386 — Produkthaftung nach ProdHG und deliktische Haftung nach § 823 Abs. 1 BGB stehen selbstständig nebeneinander. - EuGH, Urt. v. 13.07.2006 - C-295/04, NJW 2006, 2317 — Anspruchsgrundlagen aus EU-Recht (etwa Kartellschadensersatz Art. 101 AEUV) sind durch nationales Prozessrecht zu verwirklichen, dürfen aber nicht weniger günstig als rein nationale Ansprüche ausgestaltet sein. ## Zentrale Normen - § 195, 199 BGB — Verjährung (regelmäßig 3 Jahre, Beginn mit Schluss des Jahres der Kenntnis) - § 280 BGB — Schadensersatz wegen Pflichtverletzung - § 812 BGB — ungerechtfertigte Bereicherung - § 823 BGB — deliktische Haftung - § 985, 1004 BGB — dingliche Ansprüche - Art. 1 ff. Rom-I, Art. 4 ff. Rom-II — IPR-Kollisionsrecht ## Kommentarliteratur - Grüneberg, BGB, 83. Aufl. 2024, Überbl. vor § 241 Rn. 1-20 (Schuldverhältnis-Typen) - MüKo-BGB/Ernst, 9. Aufl. 2022, § 280 Rn. 1-60 (Schadensersatz Grundtatbestand) - BeckOK-BGB/Lorenz, § 812 Rn. 1-50 (Bereicherungsrecht) ## Schritt-für-Schritt-Workflow 1. **Sachverhalt scannen:** Welche Parteien, welche Rechtsbeziehung, welches Ziel des Klägers? 2. **Anspruchsgrundlagen auflisten:** alle in Betracht kommenden in der Reihenfolge: vertraglich → quasivertraglich → dinglich → deliktisch → bereicherungsrechtlich. 3. **Für jede AG Prüfschema:** Anwendbarkeit → Tatbestandsmerkmale (mit Beweislastverteilung) → Rechtsfolge → Einwendungen/Einreden → Verjährung. 4. **IPR prüfen:** Falls Auslandsbezug, erst Kollisionsrecht klären, dann CISG prüfen. 5. **Konkurrenzfragen:** Wenn mehrere AG durchgreifen, Günstigkeitsprinzip anwenden. ## Output-Template **Adressat:** Richter/Berichterstatter — Tonfall: sachlich-juristisch ``` ## Anspruchsgrundlagen-Übersicht | Anspruchsgrundlage | Ergebnis | Hauptproblem | |---|---|---| | § 433 I BGB (Kaufpreis) | (+) | — | | § 823 I BGB (Körperverletzung) | prüfen | Kausalität str. | | § 812 I 1 BGB (Bereicherung) | (-) | Rechtsgrund vorhanden | ### 1. § [AG] [Norm] - **Tatbestandsmerkmale:** ... - **Beweislast Kläger:** ... - **Einwendungen Beklagter:** ... - **Verjährung:** 3 Jahre ab [DATUM], läuft am [DATUM] ab. - **Ergebnis:** Anspruch besteht / besteht nicht. ``` ## Reihenfolge 1. **Vertraglich** (Paragraf 433 BGB, Paragraf 535 BGB, Paragraf 631 BGB usw. - CISG bei internationalem Warenkauf) 2. **Quasivertraglich** (Paragraf 311 II BGB - culpa in contrahendo, Paragraf 280 BGB) 3. **Dinglich** (Paragraf 985 BGB, Paragraf 1004 BGB) 4. **Deliktisch** (Paragraf 823 ff BGB, Paragraf 7 StVG, ProdHG) 5. **Bereicherungsrechtlich** (Paragraf 812 ff BGB) 6. **Familien- / erbrechtlich** soweit einschlaegig ## Pruefschema für jede Anspruchsgrundlage 1. Anwendbarkeit (sachlich, persönlich, raeumlich, zeitlich) 2. Tatbestandsmerkmale - bei jedem: Wer hat die Beweislast? 3. Rechtsfolge 4. Einwendungen (rechtshindernd, rechtsvernichtend) 5. Einreden (durchsetzbarkeitshemmend) 6. Verjaehrung (Paragraf 195 BGB, Paragraf 199 BGB, Paragraf 438 BGB usw.) ## IPR Bei Auslandsbezug immer prüfen: - Rom-I-Verordnung (vertragliche Schuldverhältnisse) - Rom-II-Verordnung (außervertragliche Schuldverhältnisse) - CISG (Wiener UN-Kaufrecht) als materielles Einheitsrecht - geht IPR vor, soweit sachlicher Anwendungsbereich eroeffnet - Eingriffsnormen Artikel 9 Rom-I (Pflichtanwendung deutscher Vorschriften, z. B. DSGVO als Eingriffsnorm) ## Ausgabe Pro Anspruchsgrundlage eine eigene Tabelle mit allen Tatbestandsmerkmalen.