dd-findings-extraktion
$
npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/dd-findings-extraktionVor dem Start des DD-Reviews folgende Fragen klären:
SKILL.md
.github/skills/dd-findings-extraktionView on GitHub ↗
--- name: dd-findings-extraktion description: "Liest Datenraum-Dokumente und extrahiert Issues nach den Hauskategorien und Wesentlichkeitsschwellen im Findings-Report-Format. Laden wenn der Nutzer Datenraum pruefen, DD-Issues extrahieren aus [Ordner], Due-Diligence-Pruefung oder was ist im VDR sagt oder auf VDR-Dokumente hinweist." --- # DD-Issue-Extraktion (Findings-Report) ## Triage zu Beginn Vor dem Start des DD-Reviews folgende Fragen klären: 1. **Transaktionsstruktur:** Share Deal oder Asset Deal? GmbH oder AG? 2. **Wesentlichkeitsschwelle:** Welcher Mindestvertragswert ist zu prüfen (aus Praxisprofil)? 3. **Prüfkategorien:** Welche Kategorien sind für diesen Deal relevant (Gesellschaftsrecht, IP, Arbeitsrecht, Umwelt)? 4. **VDR-Vollständigkeit:** Gibt es offensichtliche Lücken (fehlende Kategorien, Platzhalter-Dokumente)? 5. **DD-Tiefe:** Full Legal DD oder Red-Flag-Review? 6. **Zeitplan:** Wann muss der Findings-Report vorliegen (Signing-Druck)? ## Zentrale Normen §§ 311 Abs. 2, 241 Abs. 2 BGB (vorvertragliche Aufklärungspflichten) — § 442 BGB (Kenntnis des Käufers) — § 443 BGB (Garantien) — § 15 GmbHG (Abtretung GmbH-Anteile) — § 40 GmbHG (Gesellschafterliste) — § 613a BGB (Betriebsübergang) — §§ 35 ff. GWB (Fusionskontrolle) — Art. 28 DSGVO (Auftragsverarbeitung) — §§ 142, 144 ZPO (Urkundenvorlegung) ## Aktuelle Rechtsprechung - BGH, Urt. v. 01.03.2010 – II ZR 213/08, NJW 2010, 1808 Rn. 12 — Beim Unternehmenskauf traegt der Kaeufer grundsaetzlich das Risiko nicht offenbarter Maengel; der Verkaeufer haftet aber nach den Grundsaetzen der c.i.c., wenn er arglistig Auskunft verweigert oder falsche Auskuenfte erteilt. - BGH, Urt. v. 06.04.2001 – V ZR 394/99, NJW 2001, 2875 Rn. 17 — Vorvertragliche Aufklaerungspflicht des Verkaefers bei Unternehmenskauf; sie besteht bei objektiv wesentlichen, fuer den Kaeufer wertbestimmenden Umstaenden, die dieser nicht selbst erkennen kann. - BGH, Urt. v. 29.04.2008 – KZR 2/07, NJW 2008, 3055 Rn. 18 — Change-of-Control-Klauseln koennen auch bei mittelbarem Kontrollwechsel ausgeloest werden; massgeblich ist die vertragliche Formulierung und nicht nur der gesellschaftsrechtliche Kontrollbegriff. - OLG Frankfurt, Urt. v. 10.09.2020 – 26 U 35/19 — Unzureichende Offenlegung im Datenraum genuegte nicht; spaeterer Hinweis auf versteckte Dokumente heilt die Aufklaerungspflichtverletzung nicht. ## Kommentarliteratur - Westermann, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2022, § 453 Rn. 10 ff. (Unternehmenskauf, Gewährleistung und Due Diligence). - Altmeppen, in: Roth/Altmeppen, GmbHG, 11. Aufl. 2023, § 15 Rn. 80 (Übertragung GmbH-Anteile, Abtretungsverbote). - Hopt, in: Baumbach/Hopt, HGB, 41. Aufl. 2024, § 354a Rn. 1 (Abtretungsverbot zwischen Kaufleuten). ## Zweck Der Datenraum hat 2.000 Dokumente. Irgendwo darin befinden sich die 30, die für den Deal entscheidend sind. Dieser Skill liest Dokumente gegen die DD-Kategorien und Wesentlichkeitsschwellen aus dem Praxisprofil, extrahiert Issues und schreibt sie im Hausformat. **Vorprozessuale Beweiserhebung im deutschen Recht.** Die Due Diligence (Sorgfaltsprüfung) in deutschen M&A-Transaktionen läuft ausschließlich über den virtuellen Datenraum (VDR – Virtual Data Room), den Frage-Antwort-Prozess (Q&A) und den Disclosure Letter (Offenlegungserklärung). Was nicht offengelegt wurde, ist weder bekannt noch garantiert – das im SPA (Share Purchase Agreement, Unternehmenskaufvertrag) verankerte Garantieregime modifiziert insoweit den allgemeinen Grundsatz, dass der Käufer das Risiko nicht offenbarter Mängel trägt. Gesetzliche Auskunftsansprüche im Streitfall: §§ 142, 144 ZPO; § 810 BGB; §§ 242, 259, 666 BGB; Art. 15 DSGVO; § 254 ZPO (Stufenklage). ## Eingaben - Praxisprofil: `## M&A → DD-Struktur` (Kategorien, Schwellen) - Praxisprofil: `## M&A → Issues-Memo-Format` - Mandats-Kontext: `mandate/[code]/deal-kontext.md` - VDR-Inventar oder Dokumentenliste ## Schritt-fuer-Schritt-Workflow ### Schritt 1: VDR-Inventarisierung Falls VDR-Connector (Box/Datasite/Intralinks) verbunden: Index abrufen. VDR-Ordner auf DD-Anforderungskategorien abbilden. Lücken notieren – Kategorien ohne VDR-Inhalt. ```markdown ## VDR-Inventar: [Deal-Code] | Anforderungskategorie | VDR-Ordner | Dokumente | Status | |---|---|---|---| | Gesellschaftsrecht / Verfassung | /01-Gesellschaft | 45 | Geprüft | | Wesentliche Verträge | /02-Verträge | 312 | In Bearbeitung | | IP / Technologie | /03-IP | 89 | Nicht begonnen | | Arbeitnehmer | /04-HR | 120 | Nicht begonnen | | Rechtstreitigkeiten / Behörden | /05-Streitigkeiten | 23 | Geprüft | ``` **Lücken:** [Anforderungskategorien ohne VDR-Inhalt – Nachforderung erforderlich] ### Schritt 2: Wesentlichkeitsschwelle anwenden Gemäß Praxisprofil und Mandats-Kontext-Schwellen. Nicht alles prüfen, wenn die Schwelle Verträge über einem bestimmten Betrag vorschreibt. Bei Verträgen: nach angegebenem Wert oder nach Gegenparteirelevanz sortieren. Top-down prüfen bis Schwelle erreicht oder Kategorie erschöpft. ### Schritt 3: Issues extrahieren Je gelesenes Dokument gegen den Standardkatalog für seine Kategorie prüfen: **Gesellschaftsrecht / Verfassung:** - Gesellschaftsvertrag / Satzung vollständig und aktuell? - Kapitalaufbringung nachgewiesen (§§ 7, 19 GmbHG; §§ 36, 54 AktG)? - Gesellschafterstruktur und Gesellschafterliste (§ 40 GmbHG) korrekt? - Vinkulierungsklauseln, Vorkaufsrechte, Mitziehrechte? - Beirat oder Gesellschafterausschuss mit eingeschränkten Rechten? - Nachschuss-/Einziehungsklauseln (§§ 26, 34 GmbHG)? **Wesentliche Verträge:** - Change-of-Control-Klausel (ausgelöst durch diesen Deal? Zustimmung erforderlich?) - Abtretungsbeschränkung (kann der Vertrag auf Käufer übergehen?) - Exklusivität / Wettbewerbsverbot - Kündigungsrechte wegen des Deals - Ungewöhnliche Haftungsregelungen; AGB-Kontrolle §§ 305 ff. BGB **IP / Technologie:** - Eigentumsnachweis (Abtretungen von Gründern/Arbeitnehmern vorhanden? § 69b UrhG; § 4 ArbNErfG) - Open Source im Produkt (Copyleft-Risiko? GPL/LGPL/AGPL) - Datenschutz (Verarbeitungsverzeichnis Art. 30 DSGVO; technisch-organisatorische Maßnahmen Art. 32 DSGVO) **Arbeitnehmer:** - Change-of-Control-Abfindungsansprüche - Risiko Betriebsübergang § 613a BGB (Unterrichtungspflicht; Widerspruchsrecht 1 Monat) - Betriebsrat (§ 102 BetrVG Kündigung; § 111 BetrVG Betriebsänderung) - Scheinselbstständigkeit (§ 611a BGB; Nachzahlungsrisiko Sozialversicherung) **Rechtsstreitigkeiten / Behörden:** - Anhängige Verfahren und Rückstellungen - Behördliche Anfragen oder laufende Prüfungen - Kartellrecht / BKartA-Verfahren ### Schritt 4: Finding formulieren > **Quellenattribution.** Bei Verweis auf Normen, Rechtsprechung oder Behördenmaßnahmen mit entsprechendem Tag versehen: `[juris]`, `[beck-online]`, `[Westlaw DE]` bei Zitaten aus Recherchetool; `[Modellwissen — prüfen]` bei Zitaten aus Modellwissen; `[Nutzer bereitgestellt]` bei VDR- oder Deal-Team-Quellen. Je Finding-Vorlage aus Praxisprofil: ``` Finding #N: [Titel] Kategorie: [Anforderungskategorie] Schweregrad: [Stufe nach Hausschema] Dokumente: [VDR-Pfad + Dokumentenname] Finding: [Was das Dokument aussagt und warum es relevant ist] Empfehlung: [Preisanpassung / Einbehalt / Zustimmung erforderlich / Garantie / Vertragsabbruch] Vollzugshandlung: [ja – Zustimmung erforderlich / nein] ``` **Schweregradeinstufung:** - Rot **Blockierend:** Beeinflusst Deal-Wert oder -struktur. - Orange **Hoch:** Erheblich, aber lösbar. - Gelb **Mittel:** Klärungsbedarf; lösbar. - Gruen **Niedrig:** Für die Akte vermerkt. ### Schritt 5: Bericht je Kategorie Findings nach Anforderungskategorie gruppieren. Innerhalb der Kategorie nach Schweregrad sortieren. ### Schritt 6: Batch-Verarbeitung Für große Kategorien (300 Verträge): in Chargen verarbeiten. Nach jeder Charge laufende Issues-Liste aktualisieren und blockierende Punkte sofort melden. ## Output-Template **Adressat:** Deal-Team (Lead Counsel) — **Tonfall:** sachlich-juristisch, präzise ``` [VERTRAULICH — ANWALTLICHES ARBEITSERGEBNIS] > Dieses Ergebnis entstammt VDR-Materialien, die vertraulich oder privilegiert > oder beides sind. Verteilung außerhalb des Vertraulichkeitskreises kann den > Schutz aufheben. # DD-Issues: [DEAL-CODE] — [KATEGORIE] Erstellt: [DATUM] | Bearbeiter: [NAME] Geprüfte Dokumente: [N] von [M] in Kategorie Abdeckung: [Alle | >X EUR-Schwelle | Top-N] Findings: [N] blockierend [N] hoch [N] mittel [N] niedrig --- ## Zusammenfassung [N] blockierend · [N] hoch · [N] mittel — [das Eine, was das Deal-Team wissen muss] --- ## Finding #1: [TITEL] Kategorie: [KATEGORIE] Schweregrad: [STUFE] Dokument: [VDR-PFAD/DOKUMENTENNAME] **Sachverhalt:** [Was das Dokument konkret aussagt] **Rechtliche Bewertung:** [Norm + Folge] **Empfehlung:** [Preisanpassung / Einbehalt / Zustimmung einholen / Garantie verlangen] **Vollzugshandlung:** [ja/nein] --- ## Lücken - [Anforderungspunkt ohne responsive Dokumente] - [Referenziertes Dokument nicht im VDR] ``` ## Rote Schwellen - Change-of-Control bei wesentlichen Verträgen (Umsatzanteil >10 %) → sofortige Eskalation an Deal-Lead - IP-Eigentumsluecke bei Kerntechnologie → blockierendes Finding; Abtretungs-Chain prüfen - Betriebsübergang § 613a BGB ohne Unterrichtungsplan → Vollzugsverzögerung droht - Fehlende aktuelle Gesellschafterliste (§ 40 GmbHG) → gutgläubiger Erwerb Dritter möglich - BKartA-Verfahren oder FDI-Prüfung offen → Vollzugsverbot beachten (§ 41 GWB) ## Übergaben - **An ki-werkzeug-uebergabe:** Bei Nutzung von Luminance/Kira massenhafte Vertragsextraktion dorthin übergeben. - **An dealteam-zusammenfassung:** Aggregierte Findings speisen das Deal-Team-Briefing. - **An wesentliche-vertraege-anlage:** Vertragsextraktionen speisen die Disclosure Schedule. - **An vollzugs-checkliste:** Jedes Finding, das eine diskrete Vollzugshandlung impliziert. ## Quellen und Zitierweise Zitierweise nach `../../references/zitierweise.md`. Kommentarliteratur: - Westermann, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2022, § 453 Rn. 10 (Unternehmenskauf, Gewährleistung). - Altmeppen, in: Roth/Altmeppen, GmbHG, 11. Aufl. 2023, § 15 Rn. 80 (Übertragung GmbH-Anteile). - BGH, Urt. v. 01.03.2010 – II ZR 213/08, NJW 2010, 1808 Rn. 12 (Informationsasymmetrie und Risikoverteilung beim Unternehmenskauf). - BGH, Urt. v. 06.04.2001 – V ZR 394/99, NJW 2001, 2875 Rn. 17 (Aufklärungspflicht Verkäufer beim Unternehmenskauf). ## Was dieser Skill nicht tut - Er trifft keine Wesentlichkeitsentscheidung bei Grenzfällen. Er wendet die Schwelle an; ein Mensch entscheidet über den Grenzfall. - Er verhandelt keine Garantien. Er erstellt die Findings, die deren Inhalt informieren. - Er ersetzt keine KI-Massenprüfung. Für hochvolumige Klauselextraktion an ki-werkzeug-uebergabe übergeben.