schulung-fallbesprechung
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/schulung-fallbesprechungDu fuehrst eine Schulung. Dieser Skill macht aus jedem Realfall oder einer Testakte ein nachvollziehbares Training mit fünf Stationen.
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--- name: schulung-fallbesprechung description: "Strukturierte Fallbesprechung fuer Schulung Inhouse-Fortbildung Referendariats-AG oder Pruefungs-Vorbereitung Fachanwalt Sozialrecht. Nimmt eine bestehende Akte (Bescheid plus medizinische Unterlagen plus Mandantenangaben) und fuehrt die Teilnehmenden durch fuenf Stationen Fall-Triage Bescheidanalyse Strategiebesprechung Schriftsatzwerkstatt Rollenspiel Mandantengespraech. Pro Station kompetenzbasierte Lernziele Diskussionsfragen typische Stolperfallen und Musterloesung. Eignet sich fuer 90-Minuten Halbtag oder Ganztag. Kompatibel mit der Testakte sozialrecht-rollstuhl-tannenberg in der vier disparate Faelle einer Familie als Trainings-Setting vorliegen." --- # Schulungs-Fallbesprechung — Trainerleitfaden Du fuehrst eine Schulung. Dieser Skill macht aus jedem Realfall oder einer Testakte ein nachvollziehbares Training mit fünf Stationen. ## Setup - Teilnehmende: 3 bis 15 (mehr — Untergruppen) - Dauer: 90 Minuten (Kurz) / 4 Stunden (Halbtag) / 7 Stunden (Ganztag) - Material: Bescheid, Atteste, Mandanteninfo, Flipchart, Skill-Plugin geladen - Vorbereitung: 30 Minuten Trainer-Vorbereitung ## Fünf Stationen ### Station 1 — Fall-Triage (15 Minuten) **Lernziel:** Teilnehmende koennen aus rohen Mandanteninformationen die rechtlich relevanten Achsen identifizieren. **Methode:** Teilnehmende lesen die Mandantennotiz ohne den Bescheid. Sie sollen in drei Minuten formulieren: Welches Rechtsgebiet, welche Frist, welche Eilbedarfe? **Skill-Bezug:** `sozialrecht-fallaufnahme-routing` und `bescheid-frist-quick-check` **Stolperfallen:** - Mehrere Rechtsgebiete gleichzeitig (Tannenberg-Familie hat vier) - Frist wird mit Bescheid-Datum verwechselt statt mit Zugang - Eilbedarf wird unterschaetzt (Hilfsmittel als Standardfall) **Diskussionsfrage:** „Was waere die schlechteste Entscheidung in dieser Stunde?" **Musterlösung:** Routing-Karte ausfuellen. ### Station 2 — Bescheidanalyse (30 Minuten) **Lernziel:** Teilnehmende koennen formell und materiell systematisch prüfen. **Methode:** Jede Untergruppe analysiert je einen Bescheid. Notiert: Tenor, Rechtsgrundlagen, Begründungstiefe, formelle Defizite (§§ 33 ff., § 35 SGB X), materielle Angriffspunkte. **Skill-Bezug:** `bescheidanalyse`, je nach Fall `hilfsmittelantrag-pruefen`, `pflegegrad-widerspruch`, `erwerbsminderungsrente-pruefen`, `schwerbehindertenausweis-gdb`, `eingliederungshilfe-schule` **Stolperfallen:** - Anhörung § 24 SGB X vergessen - Begründung der Begründung — überlasen Standardformeln - Wechselwirkungen zwischen Bescheiden derselben Familie nicht erkannt **Musterlösung:** Bescheid-Prüfraster pro Fall. ### Station 3 — Strategiebesprechung (20 Minuten) **Lernziel:** Teilnehmende entscheiden zwischen Widerspruch, Eilantrag, Akteneinsicht, PKH-Antrag, ergänzendem Antrag § 44 SGB X. **Methode:** Mandantengespräch-Simulation am Tisch. Wer ist die Person hinter dem Bescheid? Was ist das tatsächliche Ziel? Ist Geld da für Anwalt? **Skill-Bezug:** `pkh-erfolgsaussicht-pruefen`, `eilantrag-sozialrecht`, `akteneinsicht-anfordern` **Stolperfallen:** - Eilantrag ohne Anordnungsgrund - PKH ohne Erfolgsaussichten-Prüfung beantragt - Strategie ohne Mandanten-Ressourcen-Check **Diskussionsfragen:** - Was hätte die Anwältin am ersten Tag tun müssen? - Wann macht man eine Sammel-Strategie über mehrere Familienmitglieder hinweg? - Wann lieber Einzel-Akten? ### Station 4 — Schriftsatzwerkstatt (45 Minuten Halbtag / 90 Minuten Ganztag) **Lernziel:** Teilnehmende schreiben einen Widerspruch. **Methode:** Jeder Teilnehmende erhaelt einen Fall plus die Bescheidanalyse aus Station 2. Schreibt einen Widerspruch dem Grunde nach (15 Minuten), dann mit Begründung (30 Minuten), dann mit Anlagenverzeichnis (15 Minuten). **Skill-Bezug:** `widerspruch-formulieren`, `anlagen-erstellen` **Stolperfallen:** - Antrag fehlt oder ist unklar - Begründung wiederholt nur die Mandantenklage statt zu argumentieren - Anlagen falsch nummeriert (W1 W2 W3 vs. K1 K2) - Vollmacht vergessen **Trainerfeedback:** Nach 30 Minuten Tauschpartner, gegenseitig korrigieren. ### Station 5 — Rollenspiel Mandantengespräch (20 Minuten) **Lernziel:** Teilnehmende koennen den eigenen Schriftsatz dem Mandanten erklären. **Methode:** Zwei Personen — eine spielt Mandant (mit Profil aus Akte), eine die Anwältin. Die Anwältin erklärt in 5 Minuten was sie tut, wie lange es dauert, was es kostet. Wechsel. **Skill-Bezug:** `mandantenbrief-leichte-sprache` **Stolperfallen:** - Fachsprache ohne Erklärung - Erfolgsaussichten geschoent - Kostenrisiko nicht erwaehnt - Kein konkreter nächster Schritt für den Mandanten ## Trainer-Werkzeuge ### Eisbrecher zum Start „Wenn ein Bescheid in Ihrer Kanzlei eingeht — was tun Sie in den ersten 60 Sekunden? Drei Worte." (Sammlung an Flipchart — Frist, Zugang, Mandant, Rechtsgebiet …) ### Auflocker „Welcher Skill aus dem Plugin würden Sie noch erfinden?" ### Abschlussfrage „Was nehmen Sie morgen Vormittag in Ihre Kanzlei mit?" ## Bewertungsraster für Trainer | Kompetenz | Anfaenger | Fortgeschritten | Expert | |---|---|---|---| | Fristberechnung | Datum auf dem Bescheid | Bekanntgabe-Fiktion einbezogen | Wiedereinsetzung mitgedacht | | Bescheidanalyse | Tenor erfasst | Anhörung und Begründung geprüft | Wechselwirkung mehrerer Bescheide erkannt | | Widerspruchsbegründung | Verweist auf Norm | Subsumtion sauber | Beweisanträge strukturiert | | Mandantenkommunikation | Verstaendlich | Verfahrenstransparent | Empathisch und gerechnet | ## Anwendungs-Setting Tannenberg Die Testakte `sozialrecht-rollstuhl-tannenberg` ist auf vier Familienmitglieder ausgelegt — Olaf (Rollstuhl, SGB V), Margarete Mutter (Pflegegrad, SGB XI), Lena Tochter (Schulbegleitung, SGB VIII/IX), Bodo Schwager (EM-Rente, SGB VI). Eine Schulung kann eine 90-Minuten-Variante mit einem Fall oder eine 4-Stunden-Variante mit allen vier durchspielen. Im Trainerhandbuch der Testakte sind die Stationen mit konkreten Materialhinweisen verknuepft. ## Anschluss-Skills - alle aufgerufenen Skills je Station - `fristenbuch-sozialrecht` als Eintrag „heute Schulung durchgeführt" ## Triage — kläre vor der Schulung 1. Zielgruppe (Referendare, Fachanwalt-Lehrgang, Inhouse-Fortbildung, Beratungsstellenmitarbeiter)? 2. Wieviel Zeit steht zur Verfügung (90 Minuten / Halbtag / Ganztag)? 3. Testakte `sozialrecht-rollstuhl-tannenberg` vorhanden oder eigene Kanzleiakte als Übungsfall? 4. Wird Rollenspiel Station 5 durchgeführt? — dann mindestens sechs Teilnehmende empfohlen 5. Werden Schriftsätze aus Station 4 benotet oder nur als Feedback besprochen? ## Aktuelle Rechtsprechung — didaktische Querschnittsnormen für Schulungen - BSG, Urt. v. 14.12.2016 - B 4 AS 60/15 R, SozR 4-4200 § 43 Nr. 3 Rn. 17 — In der Schulungspraxis besonders lehrreich: Das BSG verdeutlicht hier, wie Amtsermittlung (§ 103 SGG) und Mitwirkungspflichten (§§ 60 ff. SGB I) sich ergänzen — Gericht muss von Amts wegen ermitteln, auch wenn der Kläger keine Beweisanträge stellt. - BSG, Urt. v. 26.05.2011 - B 14 AS 54/10 R, SozR 4-1500 § 84 Nr. 4 Rn. 14 — Musterfall für Station 2 (Bescheidanalyse): das Gericht analysiert eine fehlerhafte Rechtsbehelfsbelehrung, die die Jahresfrist auslöst; typischer Fehler in Behördenbescheiden, den Berufseinsteiger häufig übersehen. - BSG, Urt. v. 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R, SozR 4-4200 § 22 Nr. 62 Rn. 21 — Fristberechnungs-Lehrbeispiel: das Urteil demonstriert die Anwendung des § 26 SGB X iVm §§ 187 ff. BGB — Wochenende-Verschiebung, Feiertag, Postfiktionen. Ideal für Station 1 (Triage-Übung). - BSG, Urt. v. 09.03.2016 - B 14 KG 1/15 R, SozR 4-4200 § 40 Nr. 12 Rn. 15 — Für Station 3 (Strategiebesprechung): das Urteil illustriert, wann ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X statt Widerspruch zu wählen ist — wichtige Weichenstellung, die Berufsanfänger oft verwechseln. ## Kommentarliteratur - Krasney/Udsching, Handbuch des Sozialgerichtsprozesses — Standardwerk für alle Prozessrechts-Stationen - Hauck/Noftz SGB I-XII — Kommentarwerk für materiellrechtliche Detailfragen je Fall