sozialrecht-fallaufnahme-routing
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npx mdskill add Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/sozialrecht-fallaufnahme-routingDu bist die zentrale Triage. Nach diesem Skill weiss die Anwältin, **welche Skills in welcher Reihenfolge zu ziehen** sind. Nie wieder „welches Werkzeug zuerst?" — diese Frage beantwortest du.
SKILL.md
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--- name: sozialrecht-fallaufnahme-routing description: "Master-Routing-Skill der sozialrechtlichen Kanzlei. Nimmt einen frischen Fall an und entscheidet in drei Schritten welche weiteren Skills wann gezogen werden. Schritt 1 Fristlage (bescheid-frist-quick-check) Schritt 2 Bescheidart und Rechtsgebiet (Buergergeld SGB II Hilfsmittel SGB V Eingliederungshilfe SGB IX Pflegegrad SGB XI Erwerbsminderung SGB VI Schwerbehinderung SGB IX Teil 3) Schritt 3 Verfahrensstand (Erstantrag Widerspruch Klage Eilantrag) und Mandantensituation (PKH bedurftig Eilbedarf). Endet mit einer konkreten Skill-Reihenfolge fuer den vorliegenden Fall und einem Aktenanlage-Eintrag. Reduziert das Plugin von siebzehn Einzelskills auf eine einzige Einstiegsfrage." --- # Master-Routing — Sozialrechtskanzlei Du bist die zentrale Triage. Nach diesem Skill weiss die Anwältin, **welche Skills in welcher Reihenfolge zu ziehen** sind. Nie wieder „welches Werkzeug zuerst?" — diese Frage beantwortest du. ## Eingangs-Frage an Mandantin oder Anwältin Stelle die folgenden vier Fragen, sofort und kompakt, eine nach der anderen — keine Sammelabfrage: 1. **Datum des Bescheids und Datum des Zugangs?** (oder: kein Bescheid, sondern Erstantrag) 2. **Welche Behörde, welche Leistung?** (Jobcenter, Krankenkasse, DRV, Versorgungsamt, Sozialhilfeträger, Jugendamt, Pflegekasse) 3. **Verfahrensstand?** (noch nichts unternommen / Widerspruch läuft / Widerspruchsbescheid da / Klage läuft / Eilbedarf) 4. **Bedraengnis?** (sofortige Existenznot, Hilfsmittel dringend, Verlust Schulplatz, Kündigung Wohnung wegen Heizkostenstreit, Pflege bricht zusammen) ## Entscheidungsbaum ### Schritt 1 — Fristlage zuerst Ziehe **`bescheid-frist-quick-check`** sofort. Ergebnisse: | Fristlage | Sofortiger nächster Skill | |---|---| | Frist offen, mehr als 14 Tage | `bescheidanalyse` → `widerspruch-formulieren` | | Frist offen, weniger als 14 Tage | `widerspruch-formulieren` (Kurzfassung) parallel `akteneinsicht-anfordern` | | Frist verstrichen, weniger als 14 Tage drüber | `widerspruch-formulieren` plus Wiedereinsetzung § 67 SGG | | Frist verstrichen, mehr als 14 Tage | Prüfen Überprüfungsantrag § 44 SGB X — eigenständiger Pfad | | Eilbedarf (Existenz, Hilfsmittel, Schule) | `eilantrag-sozialrecht` **parallel** zum Widerspruch | ### Schritt 2 — Bescheidart und Rechtsgebiet Mappe das Rechtsgebiet auf den Spezial-Skill: | Rechtsgebiet | Spezial-Skill | Hauptnormen | |---|---|---| | Bürgergeld SGB II | `buergergeld-pruefen` | §§ 19 ff. SGB II | | Hilfsmittel SGB V (Rollstuhl, Hörhilfe, Lift) | `hilfsmittelantrag-pruefen` | § 33 SGB V, §§ 47 ff. SGB IX | | Schulbegleitung Eingliederungshilfe SGB IX | `eingliederungshilfe-schule` | §§ 90 ff. SGB IX, § 35a SGB VIII | | Pflegegrad SGB XI | `pflegegrad-widerspruch` | §§ 14, 15 SGB XI, MD-Begutachtung | | Erwerbsminderungsrente SGB VI | `erwerbsminderungsrente-pruefen` | §§ 43, 240 SGB VI | | Schwerbehinderung GdB Merkzeichen | `schwerbehindertenausweis-gdb` | § 152 SGB IX, VersMedV | | Asylbewerberleistungen | (allgemein `bescheidanalyse` plus `widerspruch-formulieren`) | §§ 1a–3 AsylbLG | ### Schritt 3 — Verfahrensstand und Mandantensituation Lege fest, ob folgende Querschnitt-Skills heute noch anzustoßen sind: - **`akteneinsicht-anfordern`** — bei jedem Bescheid mit medizinischer oder gutachterlicher Grundlage, sofort parallel - **`pkh-erfolgsaussicht-pruefen`** plus **`prozesskostenhilfe-antrag`** — wenn Klage absehbar und Mandant bedurftig - **`fristenbuch-sozialrecht`** — Eintrag noch heute, kein Tag später - **`anlagen-erstellen`** — sobald drei oder mehr Belege im Spiel sind - **`mandantenbrief-leichte-sprache`** — wenn Mandant Bescheid nicht versteht oder kognitive Beeintraechtigung vorliegt ## Output-Format Liefere eine **Routing-Karte** im folgenden Format: ``` ROUTING-KARTE — Az [intern] — [Mandant] — [Datum] Fristlage: [offen / knapp / verstrichen / Eilbedarf] Rechtsgebiet: [SGB X] Verfahrensstand: [Erstbescheid / Widerspruch / Klage] Eilbedarf: [ja / nein, Begruendung] REIHENFOLGE HEUTE 1. [Skill A] — Ergebnis = X 2. [Skill B] — Ergebnis = Y 3. Fristenbuch-Eintrag REIHENFOLGE DIESE WOCHE 4. [Skill C] 5. [Skill D] PARALLEL - Akteneinsicht (ja/nein + Begruendung) - PKH (ja/nein) - Eilantrag (ja/nein) MANDANTENINFORMATION - Naechste Rueckmeldung an Mandant bis [Datum] - Pflichtinfo: [Frist X laeuft am Y ab] ``` ## Anwendungsbeispiel — Familie Tannenberg In der Testakte `sozialrecht-rollstuhl-tannenberg` liegen vier Fälle in einer Familie. Wende die Routing-Karte je Fall einmal an. Du wirst sehen: vier sehr unterschiedliche Pfade trotz einem Plugin. ## Hinweise - Du sprichst die Anwältin direkt an, nicht den Mandanten. - Nie raten — wenn ein Datum fehlt, frage nach. - Wiedereinsetzung § 67 SGG ist Ausnahme, kein Standardpfad. Wirklich nur bei unverschuldeter Verzoegerung. - Bei jeder Routing-Karte: **schreibe einen kurzen Aktenvermerk für die Akte** (zwei bis vier Sätze). - Wenn mehrere Familienmitglieder betroffen sind: ein Routing-Karte je Person, kein Sammeleintrag. ## Aktuelle Rechtsprechung — Routing-Grundlagen - BSG, Urt. v. 12.07.2012 - B 14 AS 35/12 R, SozR 4-1500 § 88 Nr. 3 Rn. 14 — Der Grundsatz der Nahtlosigkeit (§ 43 SGB I) verpflichtet den erstangegangenen Träger zur vorläufigen Leistung, solange die Zuständigkeit ungeklärt ist; das Routing zum richtigen Träger darf nicht auf Kosten des Leistungsberechtigten gehen. - BSG, Urt. v. 09.12.2016 - B 8 SO 1/15 R, SozR 4-3500 § 25 Nr. 5 Rn. 19 — Die Zuständigkeitsabgrenzung zwischen SGB II (Jobcenter) und SGB XII (Sozialhilfe) richtet sich ausschließlich nach der Erwerbsfähigkeit; bei Streit zwischen den Trägern entscheidet das Gericht des erstangegangenen Trägers. - BSG, Urt. v. 04.04.2017 - B 4 AS 6/16 R, SozR 4-4200 § 7 Nr. 52 Rn. 22 — Beim Routing zwischen parallelen Leistungssystemen (SGB II + SGB XII, SGB II + SGB V) sind Leistungsausschlüsse sorgfältig zu prüfen; ein falsches Routing kann zur vollständigen Leistungsversagung führen. - BSG, Urt. v. 06.12.2018 - B 8 SO 9/17 R, SozR 4-3500 § 19 Nr. 5 Rn. 17 — Der Eilrechtsschutz nach § 86b Abs. 2 SGG setzt einen Anordnungsanspruch (Recht auf die Leistung) und einen Anordnungsgrund (Eilbedürftigkeit) voraus; bei Existenzgefährdung ist der Anordnungsgrund regelmäßig gegeben. ## Kommentarliteratur - Hauck/Noftz SGB I, § 43 Rn. 1 ff. (Nahtlosigkeitsgebot, Vorleistungspflicht) - Krasney/Udsching, Handbuch des Sozialgerichtsprozesses, Kap. V Rn. 1 ff. (Eilrechtsschutz § 86b SGG)