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name: fachanwalt-vergaberecht-de-facto-vergabe-klage
description: "De-facto-Vergabe ohne Ausschreibung Verfahren § 135 GWB Unwirksamkeits-Klage. Schadensersatz-Anspruch. Direkte Vergabe Ausnahme-Tatbestaende. Workflow Aufdeckung Klage Schadensersatz."
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# De-facto-Vergabe-Klage
## Zweck
Klage gegen ohne Ausschreibung erfolgte Auftragsvergabe.
## 1) De-facto-Vergabe — Begriff
- Vergabestelle erteilt Auftrag **ohne** Bekanntmachung / Verfahren
- Oder Direktvergabe ohne Ausnahmen-Tatbestand
### Beispiele
- Verlängerung Bestandsauftrag über 50 %
- Wesentliche Änderung ohne Neuvergabe
- Inhouse-Vergabe ohne Voraussetzungen
- „Notvergabe" ohne tatsächliche Eilbedürftigkeit
## 2) Unwirksamkeits-Klage § 135 GWB
### Voraussetzungen
- De-facto-Vergabe oder Pflichtverstoß
- Antrag bei VK / Klage
### Folgen
- Vertrag wird unwirksam
- Rückabwicklung
- Neuvergabe erforderlich
### Frist
- 30 Tage nach Kenntnis
- 6 Monate nach Vertragsschluss
## 3) Inhouse-Vergabe Voraussetzungen
### EuGH-Linie (Teckal-Kriterien)
- Kontrolle wie über eigene Dienststelle
- Wesentliche Tätigkeit für Eigentuemer
- Keine Beteiligung privater Kapitals
### Prüfung § 108 GWB
- Detaillierte Voraussetzungen
- Bei Verstoß: De-facto-Vergabe
## 4) Schadensersatz § 181 GWB
### Voraussetzungen
- Pflichtverletzung Vergabestelle
- Eigene Bewerbung
- Schaden
### Höhe
- Negativ-Interesse: Bewerbungs-Kosten
- Positiv-Interesse: entgangener Gewinn (BGH-Linie)
## 5) Workflow Aufdeckung
### Phase 1 — Information
- Auftrags-Vergabe ohne Bekanntmachung erkannt
- Konkurrent / Bieter-Information
### Phase 2 — Beweis-Sammlung
- Vergabe-Akten (IFG-Antrag)
- Vertrag (Akteneinsicht)
- Konkurrenten-Befragung
### Phase 3 — Klage VK / OLG
- Unwirksamkeits-Antrag
- Schadensersatz-Anspruch
## 6) IFG-Antrag § 5 IFG
### Prüfung
- Vergabe-Akten öffentlich zugaenglich
- Schwarzanteile bei Geschäftsgeheimnis
### Frist
- 1 Monat Antrags-Behandlung
- Bei Schweigen: Klage
## 7) Typische Konstellationen
### Versorgungs-Verträge
- Strom, Gas, Telekom
- Vertrags-Verlängerung ohne Ausschreibung
### IT-Verträge
- Modular-Erweiterungen
- Lock-In-Faktor missbraucht
### Bauauftraege
- Folge-Aufträge ohne Neuvergabe
- Nachtraege über Schwelle
## 8) Typische Fehler
1. **30-Tage-Frist verpasst**
2. **IFG-Antrag nicht gestellt**
3. **Schadensersatz-Anspruch pauschal**
4. **Inhouse-Vergabe-Voraussetzungen falsch geprüft**
## 9) BGH-/EuGH-Linien
- BGH, Beschl. v. 25.6.2019 — X ZB 1/19 (Unwirksamkeit)
- EuGH C-26/03 Stadt Halle (Inhouse)
- EuGH C-107/98 Teckal
## Anschluss
- `fachanwalt-vergaberecht-ruegeschriftsatz-160-gwb` — bei Verfahrensmangel
- `fachanwalt-vergaberecht-nachpruefungsverfahren-vk` — bei VK-Verfahren
- `fachanwalt-vergaberecht-orientierung` — Triage
## Vertiefung: Output-Template de-facto-Vergabe
### Triage — Bevor losgelegt wird, klaere:
1. Wurde Auftrag ohne jedes Vergabeverfahren erteilt?
2. Liegt der Auftragswert ueber EU-Schwellenwert?
3. Bestand Auftraggeberpflicht zur Ausschreibung (kein Inhouse, kein In-state)?
4. Wurde § 135 GWB Feststellungsantrag rechtzeitig gestellt (30 Tage nach Bekanntmachung, max. 6 Monate)?
5. Alternativ: § 181 GWB Schadensersatz?
### Output-Template Antrag Feststellung Unwirksamkeit § 135 GWB
**Adressat:** Vergabekammer — Tonfall: sachlich-juristisch
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Vergabekammer [NAME]
Antrag auf Feststellung der Unwirksamkeit des Zuschlags
nach § 135 Abs. 1 GWB
Antragsteller: [BIETER]
Antragsgegner: [AUFTRAGGEBER]
Wir beantragen festzustellen, dass der am [DATUM] erteilte
Zuschlag unwirksam ist, weil der Auftraggeber den Auftrag
ohne die vorgeschriebene europaweite Ausschreibung erteilt hat
(de-facto-Vergabe i.S.d. § 135 Abs. 1 Nr. 2 GWB).
Frist: Der Antrag wird binnen 30 Tagen nach Bekanntmachung
des Auftrags im Amtsblatt der EU gestellt. Hilfsweise binnen
6 Monaten nach Vertragsschluss (§ 135 Abs. 2 GWB).
[Rechtsanwalt/-anwaeltin]
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