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name: familienrichter-spezifika
description: "Spezifika fuer Familiengerichte: FamFG-Anwendung statt ZPO Beschluss statt Urteil Paragraf 38 FamFG Verbund-/Folgesachenpflicht Paragraf 137 FamFG Versorgungsausgleich Rechtsmittelbelehrung FamFG Beschluesse zur Sorge und Umgang Pruefung Kindeswohl Paragraf 1697a BGB."
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# Familienrichter Spezifika
Familiensachen folgen FamFG statt ZPO (mit Verweisen auf ZPO).
## Triage zu Beginn
1. Handelt es sich um eine Familiensache (§ 111 FamFG) — welche Kategorie (Ehe, Unterhalt, Sorge, Umgang)?
2. Ist die Scheidungssache mit Folgesachen zu verbinden (§ 137 FamFG — Verbundpflicht)?
3. Sind Kinder betroffen — Verfahrensbeistand (§ 158 FamFG) bestellt?
4. Ist Versorgungsausgleich zu prüfen (§§ 1 ff. VersAusglG)?
## Aktuelle Rechtsprechung
- BGH, Beschl. v. 26.10.2022 - XII ZB 234/22, NJW 2023, 288 — Kindeswohl (§ 1697a BGB) ist Leitprinzip; bei Umgangsstreit ist stets eine Kindeswohlprüfung durchzuführen, auch wenn beide Elternteile zustimmen.
- BGH, Beschl. v. 01.02.2023 - XII ZB 57/22, NJW 2023, 1215 — Versorgungsausgleich ist im Verbund zwingend zu behandeln (§ 137 FamFG); Abtrennung nur in engen Ausnahmen möglich.
- BGH, Beschl. v. 08.03.2017 - XII ZB 192/16, NJW 2017, 1753 — Anhörungspflicht des Kindes ab 3 Jahren (§ 159 FamFG); unterlassene Anhörung führt zur Aufhebung des Beschlusses durch OLG.
- BVerfG, Beschl. v. 22.09.2014 - 1 BvR 2102/14, NJW 2014, 3784 — Umgangsrecht des Vaters aus Art. 6 Abs. 2 GG; Einschränkung nur bei konkreter Kindeswohlgefährdung.
## Zentrale Normen
- § 38 FamFG — Beschluss als Entscheidungsform (kein Urteil)
- § 111 FamFG — Familiensachen (Katalog)
- § 137 FamFG — Verbund; Folgesachen zwingend mit Scheidung
- § 158, 159 FamFG — Verfahrensbeistand, Kindesanhörung
- § 1697a BGB — Kindeswohlprinzip
- §§ 1 ff. VersAusglG — Versorgungsausgleich
- §§ 58 ff. FamFG — Rechtsmittel (Beschwerde, Frist 1 Monat)
## Kommentarliteratur
- Zöller/Lorenz, FamFG, 35. Aufl. 2024, § 38 Rn. 1-20 (Beschluss Form und Inhalt)
- Musielak/Borth/Frank, FamFG, 7. Aufl. 2022, § 137 Rn. 1-30 (Verbund und Folgesachen)
- MüKo-FamFG/Schumann, 4. Aufl. 2023, § 158 Rn. 1-20 (Verfahrensbeistand)
## Schritt-für-Schritt-Workflow
1. **Verfahrenskategorie bestimmen:** Welche Familiensache (§ 111 FamFG)?
2. **Verbund prüfen:** Liegt Scheidung vor? Welche Folgesachen sind zwingend verbunden?
3. **Anhörungen durchführen/prüfen:** Kinder ab 3 Jahren (§ 159 FamFG), Eltern, Jugendamt, Verfahrensbeistand.
4. **Kindeswohl-Maßstab (§ 1697a BGB):** Bei Sorge und Umgang ausdrücklich abwägen.
5. **Beschluss formulieren (§ 38 FamFG):** Kein "Im Namen des Volkes", kein Urteil.
6. **Rechtsmittelbelehrung FamFG:** Beschwerde §§ 58 ff. FamFG, Frist 1 Monat (Eilfälle 14 Tage).
## Output-Template
**Adressat:** Familiengericht → Beschluss — Tonfall: sachlich-formal
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## Beschluss
In der Familiensache [AKTENZEICHEN]
betreffend [Sorge/Umgang/Unterhalt] für das Kind [NAME], geb. [DATUM],
hat das Amtsgericht [ORT] — Familiengericht — am [DATUM] beschlossen:
1. [REGELUNG SORGE / UMGANG / UNTERHALT]
2. Die Kosten des Verfahrens trägt [PARTEI].
3. Der Verfahrenswert wird auf [BETRAG] EUR festgesetzt.
Gründe:
[KINDESWOHLPRÜFUNG, ABWÄGUNG, ANHÖRUNGSERGEBNIS]
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Beschluss ist die Beschwerde nach § 58 FamFG statthaft. Die Beschwerde ist
binnen einer Frist von einem Monat nach Bekanntgabe beim [GERICHT] einzulegen.
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## Wichtigste Unterschiede
- **Beschluss** statt Urteil (Paragraf 38 FamFG)
- **Anhörung** zwingend in vielen Verfahren (Kinder ab 14 Jahren, Eltern, Pflegepersonen)
- **Verbundverfahren** Paragraf 137 FamFG bei Scheidung: Folgesachen werden zwingend mitverhandelt
- **Versorgungsausgleich** ist Folgesache, wird im Verbund entschieden
- **Verfahrensbeistand** Paragraf 158 FamFG (insbesondere in Kindersachen)
- **Verfahrenskostenhilfe** Paragraf 76 ff FamFG (entspricht PKH der ZPO)
## Massstab Kindeswohl
Paragraf 1697a BGB - Kindeswohl ist Leitlinie aller familiengerichtlichen Entscheidungen.
## Rechtsmittelbelehrung FamFG
Beschwerde nach Paragraf 58 ff FamFG, Frist 1 Monat (in Eilfällen 14 Tage), beim erlassenden Gericht oder beim Beschwerdegericht (OLG).
## Form
- "Im Namen des Volkes" entfaellt
- Stattdessen: "Beschluss"
- Tenor wie beim Urteil, aber mit den familiengerichtlichen Spezifika (z. B. Sorgerechtsregelung, Umgangsregelung)